Vortrag

19.06.2018 – 18:00 Uhr – Dr. Elisabeth Endtmann (Mauritianum): Hatschi – Blütenstaub zwischen Kriminalistik und Medizin

Das Naturkundemuseum Mauritianum lädt am 19.06.2018 zum letzen Naturwissenschaftlichen Kolloquium vor der Sommerpause ein. „Hatschi“ so lautet der Titel des Vortrages. Vorgestellt werden Pollenkörner, Winzlinge mit einer Größe von ca. 10–100 µm, die aber in vielen Bereichen des täglichen Lebens eine große Rolle spielen. Zum einen dienen sie der Befruchtung der Pflanzen. Heuschnupfengeplagte sind beim Thema Blütenstaub eher genervt. Lösen viele Pollentypen doch unangenehme Allergien aus. Der Imker kann mit ihrer Hilfe für seinen Honig einen Qualitätsnachweis hinsichtlich Herkunft und Sortenreinheit erbringen. Und selbst bei der Erforschung der Erd- und Menschheitsgeschichte spielen Pollenkörner eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe lassen sich u.a. die Klimaentwicklung im Verlauf der Erdgeschichte, der Zeitpunkt bestimmter geologischer Ereignisse oder der Beginn verschiedener menschlicher Landnutzungsformen, wie z.B. der Beginn von Weidewirtschaft oder Getreideanbau, sicher bestimmen. Nicht zuletzt können Pollenkörner auch in der Kriminalistik entscheidende Hinweise auf Straftaten, Verdächtige oder Opfer geben. Die Referentin Elisabeth Endtmann wird bei ihrem Vortrag aber auch auf den faszinierenden Formenreichtum dieser Winzlinge eingehen. Abwechslung ist also garantiert. Der Vortrag beginnt um 18.00 Uhr. Interessierte sind herzlich willkommen.

Pollen Moschus-Malve

Pollenkorn einer beliebten Gartenpflanze, der Moschus-Malve

29.05.2018 – 18 Uhr – Dr. Heike Heklau (Halle): Flora und Vegetation von Sumatra (Indonesien)

Am 29. Mai, 18.00 Uhr, lädt das Naturkundemuseum Mauritianum zum Vortrag mit Dr. Heike Heklau von der Universität Halle ein. Sumatra ist die westlichste von mehreren zu Indonesien gehörenden Hauptinseln – neben Java, Bali, Neuguinea und den Molukken. Aufgrund der Lage am Äquator ist Sumatra ein Gebiet mit tropischem Regenwald, der jedoch nur noch in Resten vorhanden ist.  Auf der Insel gibt es 17 endemische Pflanzen-Gattungen. Zu den floristischen Besonderheiten gehört die vollparasitisch lebende Rafflesia arnoldii, die einen Blütendurchmesser von etwa einem Meter mit einem Gewicht von bis zu 11 kg erreicht (Bild links unten). Außerdem kommen ca. 30 Arten von Kannenpflanzen (Nepenthes) vor und auch die südlichste Kiefernart, Pinus merkusii. Im Vortrag erfahren wir auch einiges zur Kultur von Sumatra und den Menschen dieser Insel.

Sumatra (Indonesien)

Fotos: Heike Heklau

20.03.2018 – 18 Uhr – Eröffnungsvortrag zur Sonderausstellung: „Der Star – Imitationstalent und Formationskünstler“ (Sonderausstellung des NABU zum Vogel des Jahres 2018)

Der Star macht seinem Namen alle Ehre: er ist ein Superstar der Stimmenimitation und ein exzellenter Synchronflieger. Ob es die Gesänge anderer Vogelarten sind oder Umgebungsgeräusche, Handyklingeln, Hundebellen, Weckerticken, Polizeisirene, Autoalarmanlage – der Star versteht es, diese perfekt zu imitieren und in seinen Gesang einzubauen. Ein einzigartiges Naturschauspiel, mit dem kaum eine andere Vogelart aufwarten kann, bietet die Schwarmbildung der Stare. Besonders in Teichgebieten ist im Herbst allabendlich eine Stunde vor Sonnenuntergang zu beobachten, wie imposante Schwarmwolken aus vielen tausend Staren am Himmel auftauchen, perfekt synchronisierte Flugmanöver vorführen, bevor sie sich schlagartig im Schilf niederlassen. Obwohl der Star nicht selten und zahlreich zu beobachten ist, wurde er vom NABU zum Vogel des Jahres 2018 ausgewählt. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie es um unsere eigentlich häufig vorkommenden Vogelarten bestellt ist. Seit der Jahrtausendwende sind seine Bestände rückläufig, da seine bevorzugten Lebensräume wie Weiden, Wiesen und Felder immer intensiver genutzt werden. Er benötigt Baumhöhlen zum Brüten und Nahrungsflächen mit kurzer Vegetation, in denen er Würmer und Insekten findet. Doch Hecken und Feldgehölze „stören“ beim intensiven Bewirtschaften der Äcker. Auch die zunehmende Haltung von Nutztieren ausschließlich in Stallanlagen setzt dem Star zu. Grasen keine Weidetiere, so fehlt auch deren Mist auf der Weide und damit die dadurch angelockten Insekten, eine wichtige Nahrung für den Star. Aktuell brüten etwa zwei Millionen Staren-Paare weniger in Deutschland als noch vor zwanzig Jahren.

 „Der Star – Imitationstalent und Formationskünstler“ heißt die neue Sonderschau, die am Dienstag, dem 20. März im Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg eröffnet wird. Eindrucksvolle Fotos und Plakate beleuchten seine „Talente“, erzählen über seine Lebensweise und machen auf die Gefährdungsursachen aufmerksam. Um 18 Uhr stellt Museumsdirektor Mike Jessat den Vogel des Jahres 2018 im Rahmen seines Eröffnungsvortrages näher vor. Interessenten sind herzlich eingeladen.

Vogel Star Wildlife

Foto: NABU, Georg Dorff

 

 

13.03.2018 – 18 Uhr – Ivo Rapsilber (Halle): Der Bitterfelder Bernstein und seine Einschlüsse – Ein Überblick

Als „Gold des Nordens“ oder „Tränen der Götter“ wird er gern bezeichnet – der Bernstein. Mancher hatte bereits das Glück ein kleines Stückchen am Ostseestrand selbst zu finden. Doch auch in Mitteldeutschland sind Bernstein-Funde möglich. Als das bekannteste Bernstein-Fundgebiet gilt der ehemalige Braunkohlen-Tagebau Goitsche bei Bitterfeld. Der naturwissenschaftliche Vortrag des Mauritianums am 13. März widmet sich speziell dem Bitterfelder Bernstein und all seinen Facetten. Der Referent, Herr Ivo Rappsilber vom Landesamt für Geologie und Bergwesen in Halle, gilt als ausgesprochener Bernstein-Spezialist. In seinem Vortrag wird er die Eigenschaften des seltsamen Steins, der eigentlich kein Stein, sondern ein fossiles Harz, ist und seine verschiedenen natürlichen Formen vorstellen. Thematisiert werden gleichfalls die in der Bitterfelder Bernsteinlagerstätte besonders reichhaltig auftretenden Bernsteinarten. Sie decken ein beeindruckendes Farbspektrum ab. Die Interessenten erfahren eher wenig bekannte Fakten aus der Entdeckungsgeschichte von Bernsteinen im Gebiet um Bitterfeld sowie deren Abbau und Verwendung. Letztendlich werden die Zuhörer sogar zu einer Zeitreise in den Bitterfelder Bernsteinwald eingeladen. Anhand prächtiger Fotos von im Bernstein eingeschlossenen Lebewesen, sogenannter Inklusen, wird die Jahrmillionen alte Fauna und Flora erkundet. Der Vortrag beginnt um 18.00 Uhr, Interessenten sind herzlich eingeladen.

Schnaken in Bernstein

Im Bitterfelder Bernstein eingeschlossene Schnaken

Foto: Ivo Rappsilber

27.02.2018 – 18 Uhr – Vortrag Thomas Hahn (Gera): „Die Brachiopoden des Geraer Zechsteins vorgestellt“

Der Geraer Fossiliensammler Thomas Hahn, der an diesem Abend referiert, hat sich diesen Tieren mit Leib und Seele verschrieben. In seinem Vortrag gibt Thomas Hahn anhand von Fotos hervorragender Exemplare aus seiner eigenen Sammlung und der des Museums für Naturkunde Gera einen Überblick über sämtliche in Gera gefundenen Brachiopoden-Arten. Er sammelt fossile Brachiopoden von weltweiten Fundstellen und insbesondere die vielerorts in seiner Heimatstadt Gera reichlich zu findenden Arten der Zechstein-Zeit. Während des Baus der Geraer Nord-Tangente (Umgehungsstraße) von 2005 bis 2007 konnte er große Mengen an Fundmaterial sichern. Erst später – Abend für Abend am Küchentisch – befreite Thomas Hahn mit Präparationswerkzeug die unter hartem Gestein erhaltenen urzeitlichen Lebewesen, die uns heute nur noch erahnen lassen, welches Leben sich einst in dem Meer, das heute versteinert unter Gera liegt, tummelte.

Als vor ca. 255 Millionen Jahren am Ende des Perm-Zeitalters das „Zechstein-Meer“ noch bis nach Gera reichte, war dessen Grund zeitweise mit Lebewesen übersät.

Dort lebten jene Brachiopoden bzw. „Armfüßer“. Diese Tiere sehen auf den ersten Blick aus wie Muscheln, gehören jedoch nicht zu den Weichtieren, sondern bilden einen eigenen Tierstamm mit tausenden Arten im Erdaltertum. Die in Gera reichlich auffindbaren Überreste solcher Tiere stammen aus dem letzten „Moment“ ihrer reichhaltigen Verbreitung auf der Erde. Mit dem Ende des Zechstein-Meeres und damit dem Übergang vom Perm- in das Triaszeitalter vor 251 Millionen Jahren kam das Ende der meisten Brachiopoden. Beim damaligen größten nachgewiesenen Artensterben der Erdgeschichte starben die meisten Brachiopoden-Gattungen aus. Heute leben in den Meeren unseres Planeten nur noch wenige Brachiopoden-Arten, die jedoch eher untergeordnete Bedeutung genießen.

20180227 Vortrag Brachiopoden Altenburg BILD 1

Verschiedene „versteinerte“ Brachiopoden, vor allem Pterospirifer alatus,

gefunden im Straßenaufschluss „Nordtangente“ in Gera 2006.

20180227 Vortrag Brachiopoden Altenburg BILD 2

Schale des Brachiopoden Horridonia horrida mit erhaltener Bestachelung aus Gera-Trebnitz,

gefunden im späten 19. Jahrhundert.

Fotos: Frank Hrouda / Museum für Naturkunde Gera

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