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25.09.2018 – 18 Uhr – Vortrag: Prof. Dr. Arnold Müller (Leipzig): „Pilze und Geologie im mitteldeutschen Trockengebiet“

Angesichts der diesjährigen extremen Dürre sind Pilze außerordentlich rar. Sommertrockenheit ist im mitteldeutschen Trockengebiet aufgrund der besonderen regionalen Klimaverhältnisse aber die Regel und magere Pilzjahre ebenfalls. Trotz dieser regionalklimatischen Bedingungen gibt es an Saale, Unstrut und in der südöstlichen Umrandung des Harzes einen außerordentlichen Reichtum an Pilzarten, nicht zuletzt durch zahlreiche thermophile (wärmebedürftige) Arten. Neben dem lokalen Klima spielt der geologische Untergrund eine wesentliche Rolle. Zahlreiche Pilze sind an bestimmte Bodenverhältnisse angepasst und mögen entweder basische oder saure Böden. Die geologischen Verhältnisse der Region verursacht ein kleinräumiges Mosaik verschiedenster Böden, so dass auf recht engem Raum Pilze verschiedenster Ansprüche ihren Platz finden, zumal die Bodenarten auch die Vegetation maßgeblich beeinflussen und somit das Angebot möglicher Mykorrhiza-Partner für die Pilze. Kurzum: Geologie und lokales Klima sind Hauptstandortfaktoren für eine ungemein reiche Pilzflora. Wenn nach trockenen, pilzarmen Jahren mal wieder ein ausreichend feuchtes und warmes Jahr ins Land geht, erscheint die ganze Fülle der Pilzarten und in günstigen Phasen kann man eine regelrechte Pilzexplosion beobachten, besonders im Herbst. Dann findet man an bestimmten Punkten („Hotspots“) zahlreiche Arten der seltenen Haarschleierlinge, oft auf den stark basischen, flachgründigen Muschelkalkböden. Andere Arten erscheinen eher auf Löss oder sauren Böden auf Buntsandstein. Auf mageren, naturbelassenen Wiesen und Trockenrasen können lebhaft gefärbte Saftlinge und Rötlinge wahre Farbfeuerwerke hervorbringen, wobei zahlreiche Arten wiederum entweder an Kristallingesteine, Buntsandstein oder Muschelkalk gebunden sind. Der Vortrag führt kurz in die geologische und klimatische Situation des mitteldeutschen Trockengebiets ein. Danach werden verschiedene bodenabhängige Pilzgesellschaften der Wälder und Wiesen mit teilweise extrem seltenen Arten vorgestellt.

A. Müller

Lilafarbene Wiesenkoralle (Ramaria pulchella

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Orangefarbener Wiesenellerling (Cuphophyllus pratensis)

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Rotvioletter Klumpfuß (Cortinarius rufo-olivaceus)

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Schönblauer oder Adel-Klumpfuß (Cortinarius terpsichores)

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Goldporiger Röhrling (Aureoboletus gentilis)

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Fotos: A. Müller

23.09.2018 – 15 Uhr – Eröffnung der Sonderausstellung: „Komplett violett – Das Ringen um die Heide im Pöllwitzer Wald“

Seit 2015 beschäftigt sich die Naturforschende Gesellschaft Altenburg (NfGA) im Rahmen eines Projektes zur Entwicklung von Natur und Landschaft intensiv mit den Zwergstrauchheiden des Pöllwitzer Waldes bei Zeulenroda-Triebes. 1990 hinterließen dort die Grenztruppen der DDR ein durch militärische Nutzung geschaffenes, künstliches Offenland im Wald. Taktikgelände, Schießplatz, Sprengmittelplatz und Lehrgrenze heißen die Flächen, die heute für den europäischen Naturschutz wertvolle Lebensräume darstellen. Die Bemühungen um ihren Erhalt sind vielfältig und begannen bereits vor ca. 30 Jahren. Dennoch ist der Zustand der Heiden derzeit nicht zufriedenstellend. Durch die Mitarbeiter der NfGA wurden neue Pflege- und Nutzungskonzepte für die Heideflächen entwickelt und z.T. bereits erprobt. Über erste Erfolge und zukünftige Lösungsansätze berichtet die neue Sonderausstellung „Komplett violett – Das Ringen um die Heide im Pöllwitzer Wald“ im Naturkundemuseum Mauritianum. Diese wird am 23. September 2018 um 15.00 Uhr eröffnet. Interessierte sind herzlich eingeladen.

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01.09.2018 – 09:00 Uhr: Exkursion durch die Bergbaufolgelandschaft

Das Naturschutzgebiet „Phönix Nord“ ist Teil der ostthüringischen Bergbaufolgelandschaft. In unserer intensiv genutzten Landschaft gehört das weitestgehend ungestörte Gebiet mit seiner hohen Anzahl unterschiedlicher Biotope zu den wertvollsten Naturräumen des Altenburger Landes. Zahlreiche seltene, geschützte und im Bestand bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden hier geeigneten Lebensraum. Ohne menschliches Zutun breiten sich jedoch Bäume und Sträucher auf den wertvollen Offenlandflächen aus und die Artenvielfalt auf diesen Sonderstandorten geht beträchtlich zurück. Zum Erhalt der offenen Lebensräume hat die Naturforschende Gesellschaft Altenburg ein ENL-Projekt initiiert, welches mit Hilfe robuster Weidetierrassen die Verbuschung eindämmen soll. Die Methode der extensiven Ganzjahresbeweidung mit Pferden und Rinderartigen schafft und erhält Lebensräume für Vögel, Reptilien, Insekten und andere Arten, die in unserer Kulturlandschaft kaum noch geeignete Lebensräume finden. Am 01.09.2018 laden die Projektmitarbeiter Anja Rohland und Simon Rockstroh zu einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet „Phönix Nord“ ein, um die naturschutzfachlichen Besonderheiten der ehemaligen Grube aufzuzeigen und die Schutzziele zu erläutern.

Termin: 01.09.2018, 9 – ca. 11.30 Uhr

Ort: Falkenhain Kreuzung Friedrich-Engels-Straße/ Gartenstraße (am Alten Rittergut)

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Trockenrasen mit offenen Sandstellen – Lebensraum für Insekten, wie z.B. Wildbienen

 

25.08.2018 – 20 Uhr – Fledermausexkursion für Familien am Großen Teich Altenburg anlässlich der Europäischen Batnight

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Die „Schönen der Nacht“, werden sie in Fachkreisen liebevoll genannt. Gemeint sind Fledermäuse. Die, die mit ihren Ohren sehen, mit ihren Händen fliegen und mit bis zu 880 Herzschlägen pro Minute durch die Dunkelheit rauschen. Wer mehr über die bedrohten Nachtlebewesen erfahren will, sollte die Internationale Fledermausnacht am 25. und 26. August nutzen und an einer der vielen Exkursionen und Feste des NABU teilnehmen. Viele Veranstaltungen finden auch schon im Vorfeld der „Batnight“ statt.

In Altenburg gibt die Biologin und NABU-Mitglied Anja Rohland am 25.08.18 Einblicke in das Leben der Fledermäuse. Als Exkursionsort dient diesmal der Große Teich, der jetzt in warmen und trockenen Sommernächten von Fledermäusen als Jagdgebiet genutzt wird.

Treffpunkt ist die Brücke am Inselzoo, 20 – ca. 22 Uhr.   

Die Hauptveranstaltung zur 21. Batnight findet in diesem Jahr im Schlosspark Oldenburg statt. „Im Spätsommer suchen die meisten europäischen Fledermausarten nach geeigneten Winterquartieren, die ihnen für die kalten Monate ausreichend Schutz bieten, daher kann man die Tiere an bestimmten Stellen nun besonders gut beobachten“, erläutert Anja Rohland vom NABU Altenburger Land.

Hauptursache für die Gefährdung der 25 heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen. Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend. Ritzen, Fugen und Spalten, die durch die Modernisierung von Fassaden und Dächern verloren gehen, sollten durch künstliche Ersatzquartiere an derselben Stelle ersetzt werden. So schreibt es auch das Bundesnaturschutzgesetz vor.

Veranstaltet wird die bereits zum 22. Mal stattfindende „International Batnight“ von EUROBATS, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz. In der Bundesrepublik organisiert der NABU die Batnight. Durch die Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden.

Alle Termine der NABU-Gruppen zur „Batnight 2018“ finden Sie unter:

www.nabu.de/aktionenundprojekte/batnight/termine/

Hintergrundinformationen finden Sie unter www.batnight.de

 Braunes Langohr

Foto: E.Grimmberger/NABU

24.08.2018 – 17:00 Uhr: Schauen wie die Heide wächst – Geführte Wanderung in die Heide des Pöllwitzer Waldes

Nach drastisch anmutendem Technik-Einsatz im Pöllwitzer Wald im Februar 2017 grünt es nun auf der sogenannten Lehrgrenze wieder. Aus überalterter Heide und Birkendickicht entwickelt sich, ganz gemächlich, eine junge Heide. Die zarten Pflänzchen zu erkennen, ist allerdings nicht immer einfach. Daher bieten die Mitarbeiter des Naturschutz-Projektes „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald“ der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg (NfGA) allen Interessierten die Möglichkeit, den Blick zu schärfen. Am Freitag, dem 24. August 2018 laden wir Sie zu einer kurzen Wanderung in den Feierabend ein. Um 17.00 Uhr wird an der Waldschranke oberhalb des Schullandheims in Wellsdorf (Gemeinde Langenwetzendorf) gestartet. Bei der ca. 1,5 stündigen Tour über die derzeit mit Ziegen, Schafen und Eseln beweidete Heide werden die bisher umgesetzten Maßnahmen zu ihrem Erhalt, ihre Erfolge aber auch ihre Probleme erläutert. Dabei sollen die Besucher die verschiedenen Altersstadien des Heidekrauts kennenlernen. Besonderes Augenmerk wollen die Exkursionsleiter aber auf die Vorstellung der nächsten Aktivitäten zum Heideschutz legen. Denn schon ab Ende August wird schwere Forsttechnik ihre Arbeit im Dienste des Naturschutzes aufnehmen. Warum und wie? Fragen Sie Nico Kießhauer und Elisabeth Endtmann von der NfGA! Beide freuen sich auf anregende Gespräche, insbesondere mit den Anwohnern des Pöllwitzer Waldes.

Kinder sind bei dieser kurzen Wanderung herzlich willkommen! Um die Weidetiere nicht zu beunruhigen, wird aber darum gebeten, keine Hunde mit zu bringen. Von Vorteil ist auch festes Schuhwerk!

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Abb. 1: Im März 2017 war ein Teil der Lehrgrenze noch grau und kahl, kein Grün weit und breit.

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Abb. 2: Schon im August 2017 zeigten sich die ersten, nur mit der Lupe erkennbaren Jungpflanzen des Heidekrauts.

Etwa 1 Jahr später sind sie bereits 2 cm hoch. Ein „großer“ Erfolg!

Fotos: E. Endtmann (NfGA)

 

Ansprechpartner        Dr. Elisabeth Endtmann

Am Wehrrasen 16a

04626 Schmölln / OT Großstöbnitz

Tel.: 034491 / 582269

E-Mail: endtmann@mauritianum.de

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