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Heimlicher Bewohner gesucht!

In alten, hohlen, aber noch lebenden Bäumen herrscht unter Umständen ein reges Treiben. Die Stämme mit ihren Spalten und Höhlen bieten Insekten, Vögeln oder Fledermäusen Unterschlupf. Andere Tiere bevorzugen dagegen den Mulm im Inneren der Bäume. Zu ihnen gehört beispielsweise der seltene Eremit, auch Juchtenkäfer genannt. Seine bis zu 7,5 cm großen Larven, wie auch die von Rosen- oder Nashornkäfern und die Käfer selbst leben, im weichen, feuchten, bereits von Pilzen zersetzten Mulm im Inneren von Obstbäumen, Kopfweiden aber auch Linden und Pappeln. Der Eremit ist schon eine kleine Sensation, denn der Käfer hat in Thüringen sein Hauptverbreitungsgebiet im Altenburger Land. Er zählt zu den prioritären Arten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH), d.h. die Bundesrepublik trägt für seinen Schutz eine besondere Verantwortung.

Das Naturkundemuseum Mauritianum der Naturforschende Gesellschaft Altenburg widmet sich in dem von der EU und dem Freistaat Thüringen geförderten ENL-Projekt „Eremitlebensraum Altenburger Land“ dem Schutz des Eremiten und der Aufwertung seiner Lebensräume. Dazu zählt die Durchführung von Pflegeschnitten an alten Kopfweiden, Obstbäumen oder das Pflanzen sog. Zukunftsbäume. Auf der Suche nach Nachweisen dieses versteckt lebenden Käfers bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Wenn Sie den Eremiten in oder an einem alten Baum sehen oder Ihn dort vermuten, melden Sie dies unter 034491/587333 oder schicken Ihre Informationen, am besten mit Foto an winter@mauritianum.de.

Eremit

Foto: Eremit (Osmoderma eremita) Bildautor: Mauritianum

Larve Eremit

Foto: Engerling, Larve des Eremits Bildautor: Mauritianum

Mauritiana 29 – Carl Friedrich Waitz (1774-1848), ein Gelehrter aus der mitteldeutschen Residenzstadt Altenburg

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In der Zeit der Aufklärung erlebte die ostthüringische Residenzstadt Altenburg in allen Bereichen – in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur gleichermaßen – eine bemerkenswerte Entwicklung. Diese setzte im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts ein und führte bis etwa 1830 zu einer wissenschaftlich –kulturellen Blüte der Stadt. Verbunden sind mit dieser Entwicklung mehrere Persönlichkeiten von nationalem Rang. Dazu gehört auch der in der Verwaltung des Herzogtums Sachsen-Altenburg tätig gewesene Jurist und Kameralist Carl Friedrich Waitz (1774-1848), der nahezu sein gesamtes Leben abseits der Wissenschaftszentren in der mitteldeutschen Residenzstadt Altenburg verbrachte. Er fand zu Lebzeiten als Botaniker (Spezialist der Gattungen Erica und Rosa) und als Pomologe internationale Beachtung. Die Bezeichnungen mehrerer Pflanzen gehen auf ihn zurück, andere erinnern an ihn (z.B. Rosa × acantha WAITZ bzw. Waitzia WENDL., Leptorhynchos waitzia SONDER, Rosa × waitziana TRATT.). Von seinen literarischen Aktivitäten zeugt sein zweibändiges Werk „Romanzen und Balladen der Deutschen“. Lokal trat er als Organisator naturwissenschaftlicher Aktivitäten in Erscheinung. Auf das gesellschaftliche Leben seiner Heimatstadt nahm er als führender Vertreter der Altenburger Freimaurerloge „Archimedes zu den drei Reissbretern“ sowie als Mitglied mehrerer naturwissenschaftlicher und literarisch-geselliger Vereine wesentlichen Einfluss. Im Interesse des Allgemeinwohls und aller Bürger initiierte er die Gründung einer Sparkasse. So trug Carl Friedrich Waitz auf vielfältige Weise dazu bei, dass die kleine thüringische Residenzstadt Altenburg kurzzeitig wissenschaftlich-kulturell aufblühen konnte. Die in Band 29 der Museumszeitschrift „Mauritiana“ veröffentlichte Abhandlung von Dr. Hartmut Baade skizziert Leben und Werk dieses für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts typischen Bildungsbürgers.

Die Schwerpunkte der Erörterung finden ihren Niederschlag in der Gliederung:

1. Einleitung .
2. Biographischer Überblick.
3. Genealogische Beziehungen und soziale Aspekte zur Person von C. F. Waitz.
4. Waitz als Freimaurer .
5. Waitz als Literat.
6. Waitz als Botaniker und Pomologe.
6.1 Die Botanik im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert.
6.2 Waitz als Florist.
6.3 Waitz und die Pomologische Gesellschaft des Osterlandes(PGdO).
6.4 Waitz und die Botanische Gesellschaft zu Altenburg (BGA).
6.5 Waitz und die Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes (NGdO).
6.6 Waitz als Taxonom.
6.7 Waitz als Lehrer für Botanik.
6.8 Waitz und die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ).
7. Waitz – ein zu Lebzeiten bekannter Botaniker.
8. Zum Nachlass von Waitz.
9. Abschließende Betrachtung.
10. Dank.
11. Quellen.
11.1. Archivdokumente.
11.2. Literatur.
11.3. Wikipedia
12. Glossar.
13. Personenregister .
14. Zeittafel zur Biographie von Carl Friedrich Waitz.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Autor Einflüssen benachbarter Universitäten auf die Entwicklung von Waitz und auf das wissenschaftlich-kulturelle Milieu der Stadt. Der Faktenreichtum spiegelt sich nicht nur im Text, sondern auch in 12 Tabellen und einem umfangreichen Personenregister wider. Der Gesamteindruck des Bandes wird durch 85 Abbildungen aufgewertet.

Mit dieser Abhandlung wird erstmals eine Biografie von Carl Friedrich Waitz vorgelegt, in der sowohl seine Veröffentlichungen als auch Dokumente aus dem Familienarchiv Waitz/Wagner (mit autobiografischen Aufzeichnungen, dem Stammbuch des Studenten Waitz und Briefen des Gelehrten an seine Frau) einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Dieses Familienarchiv wurde dem Thüringischen Staatsarchiv Altenburg von Nachfahren von Waitz auf Empfehlung von H. Baade übergeben und ist jetzt öffentlich nutzbar.

Diese 312 Seiten umfassende Publikation können Sie in unserem Museumsshop an der Kasse zu den regulären Öffnungszeiten zum Preis von 13 Euro erwerben oder per Email an info@mauritianum.de zuzüglich Versandkosten bestellen.

Mehr sehen in Haselbach…

„Hier sieht’s aus wie in einem ganz anderen Land“ staunte Lisa, Teilnehmerin des Orni-Camps der Naturschutzjugend (NAJU) am Wochenende im Haselbacher Teichgebiet. Die Jugendlichen waren die ersten Besucher des neu eröffneten Beobachtungturmes am Nobitzer Teich. Und sie waren begeistert vom Ausblick über die Teiche und die faszinierende, wenn auch verregnete Landschaft.

Der 9,40 m hohe Turm wurde im Rahmen des Projektes „Haselbacher Teiche“ errichtet und lädt seit dem 13.09.2014 zum Natur beobachten, Vogelwelt erforschen und Aussicht genießen ein. Das Bauvorhaben wurde über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ finanziert. „Demnächst werden noch Informationstafeln angebracht, die Auskunft über die Geschichte und die Vogelwelt des Teichgebietes geben.“ so Marco Stegemann, Mitarbeiter des Projektes über die weiteren Pläne.

Ein Ausflug lohnt sich, denn es gibt mehr zu sehen!

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Versteckter Einsiedler gesucht!

Im Mulm alter, hohler, aber noch lebender Bäume herrscht unter Umständen ein reges Treiben. Viele Käferlarven fühlen sich dort wohl. So z.B. auch die bis zu 7,5 cm großen Engerlinge des Eremiten und der etwa 4 cm große Käfer selbst. Der Käfer ist schon eine kleine Sensation, denn er hat in Thüringen sein Hauptverbreitungsgebiet im Altenburger Land. Er zählt zu den prioritären Arten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH), d.h. die Bundesrepublik trägt für seinen Schutz eine besondere Verantwortung.

Das Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg widmet sich in dem von EU und Freistaat Thüringen geförderten ENL-Projekt „Sprotteaue und FFH-Eremit-Lebensräume, Altenburger Land“ dem Schutz des Eremiten und der Aufwertung seiner Lebensräume. Dazu zählt auch die Durchführung von Pflegeschnitten an Kopfweiden entlang der Osterländer Bäche oder das Pflanzen sog. Zukunftsbäume. Auf der Suche nach Nachweisen dieses versteckt lebenden Käfers bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Wenn Sie den Eremiten in Ihrem Garten oder an einem alten Baum an einem Bach sehen, melden Sie dies unter 034491/587333 oder schicken Ihre Informationen, am besten mit Foto an winter@mauritianum.de.

Ansprechpartner Eremit / Öffentlichkeitsarbeit:            

Cordula Winter

Am Wehrrasen 16a

04626 Schmölln / OT Großstöbnitz

Tel.: 034491 / 587333

E-Mail: winter@mauritianum.de

Eremit_klein                    Larve Eremit klein

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Die kurze Wanderung führt zur Heideblüte in den Pöllwitzer Wald. Dort entwickelten sich seit den 1960er Jahren Zwergstrauchheiden. In ihnen wachsen neben Heidekraut, Heidel- und Preiselbeeren auch verschiedene Bärlapp-Arten. Kreuzottern fühlen sich dort wohl und[...]
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Die Uhlstädter Heide ist ein Waldgebiet mit ausgedehnten Heidelbeerbeständen. Die typische Bodenvegetation im Vogelschutzgebiet ist von sich stark ausbreitendem Landreitgras bedroht. Die Heidelbeerbestände, wichtige Nahrungsquelle des Auerhuhns, drohen zu verschwinden. Thüringenforst und Naturforschende Gesellschaft wollen[...]

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