Allgemein

Info des Mauritianums – Kleine Naturforscher gesucht

 

Ende September ist es wieder soweit – das Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg startet mit einem neuen Kursprogramm des Kinderkollegs! Dann haben wieder wissbegierige, naturinteressierte Kinder ein Mal im Monat die Möglichkeit, spannenden Dingen in der Natur auf den Grund zu gehen. Unter dem Motto „Beobachten, Forschen und Experimentieren – Spaß an der Naturkunde“ lernen die Kursteilnehmer anhand von Präparaten aus dem Sammlungsbestand des Mauritianums und lebendem Material aus der Natur vor allem Tier- und Pflanzenarten der Region kennen, dringen durch Mikroskopieren in den Mikrokosmos ein und erforschen durch spannende Experimente Naturphänomene. Themen wie „Tierspuren im Schnee“,  „Auf den Zahn gefühlt – Säugetierzähne unter dem Mikroskop“ oder „Ein Fisch wird untersucht“ stehen für Kinder ab 6 Jahren auf dem Kursprogramm 2017/ 2018. Für die älteren Kinder im Kurs 4 und 5 gibt es zum Beispiel Gelegenheit, Fossilien kennenzulernen und zu präparieren oder auch Mineralien zu bestaunen und Kristalle zu züchten. Das erlernte Wissen wird am Ende jedes Kurstages auf Arbeitsblättern festgehalten, die die Kinder in ihren Kinderkolleg-Ordner einheften und mit nach Hause nehmen. Das ausführliche Kursprogramm sowie das Anmeldeformular ist unter „Kinderkolleg“ auf unserer Homepage zu finden. Eine vorherige Anmeldung der Kinder ist notwendig, da die Plätze in den Kursen begrenzt sind.

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Johanna und Mia betrachten ihre gefangenen Insekten

Heimlicher Bewohner gesucht!

In alten, hohlen, aber noch lebenden Bäumen herrscht unter Umständen ein reges Treiben. Die Stämme mit ihren Spalten und Höhlen bieten Insekten, Vögeln oder Fledermäusen Unterschlupf. Andere Tiere bevorzugen dagegen den Mulm im Inneren der Bäume. Zu ihnen gehört beispielsweise der seltene Eremit, auch Juchtenkäfer genannt. Seine bis zu 7,5 cm großen Larven, wie auch die von Rosen- oder Nashornkäfern und die Käfer selbst leben, im weichen, feuchten, bereits von Pilzen zersetzten Mulm im Inneren von Obstbäumen, Kopfweiden aber auch Linden und Pappeln. Der Eremit ist schon eine kleine Sensation, denn der Käfer hat in Thüringen sein Hauptverbreitungsgebiet im Altenburger Land. Er zählt zu den prioritären Arten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH), d.h. die Bundesrepublik trägt für seinen Schutz eine besondere Verantwortung.

Das Naturkundemuseum Mauritianum der Naturforschende Gesellschaft Altenburg widmet sich in dem von der EU und dem Freistaat Thüringen geförderten ENL-Projekt „Eremitlebensraum Altenburger Land“ dem Schutz des Eremiten und der Aufwertung seiner Lebensräume. Dazu zählt die Durchführung von Pflegeschnitten an alten Kopfweiden, Obstbäumen oder das Pflanzen sog. Zukunftsbäume. Auf der Suche nach Nachweisen dieses versteckt lebenden Käfers bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Wenn Sie den Eremiten in oder an einem alten Baum sehen oder Ihn dort vermuten, melden Sie dies unter 034491/587333 oder schicken Ihre Informationen, am besten mit Foto an winter@mauritianum.de.

Eremit

Foto: Eremit (Osmoderma eremita) Bildautor: Mauritianum

Larve Eremit

Foto: Engerling, Larve des Eremits Bildautor: Mauritianum

Fressen im Dienste des Naturschutzes – Beweidung im Pöllwitzer Wald

Wie wäre es in den Sommerferien mit einem Ausflug in den Pöllwitzer Wald? Dort kann man seit Kurzem verschiedenen tierischen Landschaftspflegern bei der Arbeit zuschauen.

Im März konnten umfangreiche Entbuschungsarbeiten zum Erhalt der geschützten Zwergstrauchheiden des Pöllwitzer Waldes abgeschlossen werden. Dies geschah im Auftrag des Projektes „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald“ des Altenburger Naturkundemuseums Mauritianum. Gefördert wird dieses Projekt zur Entwicklung von Natur und Landschaft von Freistaat Thüringen und Europäischer Union. Landschaftsbauunternehmen aus der Region entnahmen vor allem den Aufwuchs aus jungen Birken, denn er beschattet die Heideflächen. Außerdem wurde auf einer Testfläche die Moos- und Grasschicht entfernt, deren dichter Wurzelfilz eine natürliche Verjüngung des Heidekrauts und anderer Zwergsträucher verhinderte. Nun kann wieder Wärme und Licht bis auf den Boden vordringen. Die Voraussetzungen für das Vorkommen offenheitsliebender, seltener Tier- und Pflanzenarten wurden damit deutlich verbessert. Die beschriebenen Landschaftsbaumaßnahmen waren aber nur ein erster Pflegeschritt. Abgeschnittene Birken treiben z.B. immer wieder aus. Deshalb waren weitere Pflegemaßnahmen unumgänglich. Eine kostengünstige Folgepflege ist die Beweidung, vielen auch aus der Lüneburger Heide bekannt. Nach Abstimmung mit dem Flächeneigentümer, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und ihrer gemeinnützigen Tochtergesellschaft DBU Naturerbe GmbH, dem Bundesforstbetrieb und der Unteren Naturschutzbehörde wurde im Bereich der sog. Lehrgrenze ein Weidezaun errichtet. Im Mai begannen dann zunächst Ziegen und Schafe ihren Einsatz als Landschaftspfleger. Seit Ende Juni werden sie von Eseln und Ponys unterstützt. Jede Tierart hat eigene Futtervorlieben. Schafe fressen vor allem Gras, Ziegen mögen junge Blätter von Bäumen oder Sträuchern und Esel fressen selbst hartblättrige Gräser, die Schafe und Ziegen eher verschmähen. Insofern ergänzen sich die neuen Bewohner der Lehrgrenze in idealer Weise. Sie alle fressen im Dienste des Naturschutzes. An das Leben im Freien und das aus menschlichem Blickwinkel eher karge Futter sind sämtliche Tiere bestens angepasst. Ein Zufüttern durch Spaziergänger ist also nicht nötig. Es gefährdet eher die Tiere, da sie bei nicht artgerechter Ernährung rasch erkranken. Zusätzlich wäre der schon jetzt sichtbare Erfolg ihres Pflegeeinsatzes in Frage gestellt. Die Projektmitarbeiter bitten deshalb alle Naturfreunde, die Tiere lediglich zu beobachten.

Bild 1 Schafbeweidung

Schafe werden auch als „Pfennigsucher“ bezeichnet, sie finden nahezu überall ausreichend Futter.

Bild 2 Eselbeweidung

Esel stammen ursprünglich aus den kargen, trockenen und bergigen Steinwüsten des nördlichen Afrikas. Sie sind deshalb besonders für die Beweidung trockener und magerer Standorte geeignet.

 

Text und Fotos: Dr. Elisabeth Endtmann

Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit:        Cordula Winter

29.04.2017 – 08:00 Uhr – „Morgengezwitscher auf dem Altenburger Friedhof“ – Vogelstimmenexkursion

Pfeifen, zwitschern, schlagen, tirilieren, klingeln, flöten, schmettern – so verschieden sind die Gesänge unserer heimischen Vögel, die im Frühling beginnen, ihre Reviere abzustecken und Nester zu bauen.

Wer sich im Erkennen heimischer Vogelarten anhand derer Stimmen üben möchte, kann sich zu einer Vogelstimmenexkursion, am 29. April um 8.00 Uhr, unter Führung von Mike Jessat einfinden. Auf dem Weg über den städtischen und kirchlichen Friedhof in Altenburg gibt es zur Morgenstunde eine große Vielfalt zu erlauschen. Mit etwas Glück lässt sich auch der eine oder andere Vogel blicken, weshalb wir empfehlen, ein Fernglas mitzubringen. Besonderheiten in den vergangenen Jahren waren dort das mit zarter Stimme wispernde Wintergoldhähnchen und einige Male auch ein kräftig „schlagendes“ Nachtigall-Männchen.

Friedhof_Endtmann

     Foto: Altenburger Friedhof

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     Foto: Grünspecht

Neuigkeiten aus dem Pöllwitzer Wald

Aufmerksame Wanderer werden in den vergangenen Wochen das emsige Treiben auf der sog. Lehrgrenze aber auch auf anderen Heideflächen im Pöllwitzer Wald bemerkt haben. Im Auftrag des von Freistaat Thüringen und Europäischer Union geförderten Projektes zur Entwicklung von Natur und Landschaft „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald“ des Altenburger Naturkundemuseums Mauritianum wurden dringend notwendige Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen umgesetzt.

Zwergstrauchheiden – das sind die überwiegend von Heidekraut aber auch von Heidel- und Preiselbeeren bewachsenen, trockenen Offenlandbereiche inmitten des Pöllwitzer Waldes. Sie entwickelten sich einst vor allem auf den militärisch genutzten Bereichen der sog. Lehrgrenze, des Schießplatzes, des Taktik-Geländes und des Sprengmittelplatzes. Bis etwa 1990 wurden sie durch Militärfahrzeuge aber auch durch kleinere Brände „gepflegt“ und so auch verjüngt. Danach versuchten ehrenamtliche Naturschützer und die Untere Naturschutzbehörde den auch nach EU-Recht geschützten Lebensraum mit seinen seltenen, licht- und wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Doch trotz aller Mühen verschlechterte sich der Zustand der Zwergstrauchheiden dramatisch. 1997 existierten etwa 35 ha Heide, 2013 nur noch 21 ha. In den darauf folgenden Jahren verringerte sich der Bestand immer mehr. Im Spätsommer 2016 konnten lediglich 9,6 ha Zwergstrauchheide erfasst werden. Viele der zuvor als Heide charakterisierten Flächen waren nur noch als Entwicklungsflächen einzustufen. Und das obwohl in ihnen die typischen Pflanzenarten vorkamen. Schuld waren vielmehr die üppig aufgewachsenen Birken, die die Heide zu stark beschatteten.

In Abstimmung und enger Zusammenarbeit mit dem Flächeneigentümer, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und ihrer gemeinnützigen Tochtergesellschaft DBU Naturerbe GmbH, dem Bundesforstbetrieb und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) konnte nun im Rahmen des oben genannten Projektes der Birkenjungwuchs durch ortsnah ansässige Firmen beseitigt werden. Allein durch diese Freischneidearbeiten erhöhte sich der Bestand an Zwergstrauchheide wieder auf fast 14 ha. Zusätzlich wurden auf einer etwa 2,4 ha großen Testfläche im Bereich der Lehrgrenze neben dem Birkenaufwuchs auch die Moos- und Grasschicht entfernt. Der dichte Wurzelfilz verhinderte bisher das Auskeimen der winzigen, aber über Jahrzehnte lebensfähigen Samen des Heidekrauts. Momentan erinnert diese Fläche eher an einen gut vorbereiteten Acker. Aber hier bietet sich der Zwergstrauchheide nun endlich wieder die Chance zur Verjüngung. Auch wenn in diesem Spätsommer nicht überall ein lila Blütenmeer bewundert werden kann, steigt für den Besucher dennoch der Erholungs- und Erlebniswert des Gebietes. Das menschliche Auge liebt die Abwechslung. Und diese ist auf den sich neu entwickelnden Flächen garantiert.

Um die erneute Verbuschung der Flächen langfristig zu verhindern, wird die Lehrgrenze noch in diesem Jahr durch Ziegen, Schafe und möglicherweise auch zwei Esel beweidet. Schafe sind vielen aus der Lüneburger Heide bereits als Heidepfleger bekannt. Ziegen mögen die frischen Blätter neu aufwachsender Bäume und Sträucher. Esel wiederum fressen gern Gräser, welche Ziegen und Schafe verschmähen. Außerdem schaffen sie durch Suhlen kleinflächig Bereiche ohne Pflanzenwuchs. Hier legen wärmeliebende Insekten ihre Eier ab. Und auch das Heidekraut kann dort keimen. Die Weidetiere helfen also beim Erhalt der Heide. Für sie wird ab Ende April ein Weidezaun errichtet. Dann können Spaziergänger die tierischen Landschaftspfleger bei der Arbeit beobachten.

Vor dem Entbuschen_Taktik

Im vergangenen Sommer beschatteten unzählige junge Birken die Zwergstrauchheiden.

Entbuschte_Fläche_Taktik

Auf solchen Freiflächen fühlt sich auch die in ihrem Bestand gefährdete Heidelerche wohl.

Nach dem Mulchen

Hier wurden Bedingungen geschaffen, in dem junges Heidekraut aufwachsen kann.

Esel als Landschaftspfleger

Esel sind bald auch im Pöllwitzer Wald als Landschaftspfleger im Einsatz.

Text und Fotos: Dr. Elisabeth Endtmann

Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg, Parkstr. 1, 04600 Altenburg

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