Anja Paditz

18.02.2018 – 10:30 Uhr – Naturkunde für Kinder – Geheimnisvoller Einsiedler – Der Eremit

Er führt ein heimliches Leben im Inneren von hohlen, brüchigen aber noch lebenden Bäumen und verlässt seine Baumhöhle nur sehr selten. Viele haben Ihn noch nie gesehen, den Eremit auch Juchtenkäfer genannt. Erfahrt, am 18. Februar um 10.30 Uhr im Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg, Erstaunliches über diesen ungewöhnlichen Einsiedler. Die Mitarbeiter der Naturschutz-Projekte „Eremitlebensräume Altenburger Land und zwischen Gera und Jena“ helfen dem Eremit beim Überleben. In der Veranstaltung „Naturkunde für Kinder“ erfahren Wissbegierige ab 6 Jahre, wie das möglich ist und was jeder selbst für den Schutz des Eremits tun kann. Kommt vorbei. Die Veranstaltung dauert ungefähr 2 Stunden.

Eremit

27.02.2018 – 18 Uhr – Vortrag Thomas Hahn (Gera): „Die Brachiopoden des Geraer Zechsteins vorgestellt“

Der Geraer Fossiliensammler Thomas Hahn, der an diesem Abend referiert, hat sich diesen Tieren mit Leib und Seele verschrieben. In seinem Vortrag gibt Thomas Hahn anhand von Fotos hervorragender Exemplare aus seiner eigenen Sammlung und der des Museums für Naturkunde Gera einen Überblick über sämtliche in Gera gefundenen Brachiopoden-Arten. Er sammelt fossile Brachiopoden von weltweiten Fundstellen und insbesondere die vielerorts in seiner Heimatstadt Gera reichlich zu findenden Arten der Zechstein-Zeit. Während des Baus der Geraer Nord-Tangente (Umgehungsstraße) von 2005 bis 2007 konnte er große Mengen an Fundmaterial sichern. Erst später – Abend für Abend am Küchentisch – befreite Thomas Hahn mit Präparationswerkzeug die unter hartem Gestein erhaltenen urzeitlichen Lebewesen, die uns heute nur noch erahnen lassen, welches Leben sich einst in dem Meer, das heute versteinert unter Gera liegt, tummelte.

Als vor ca. 255 Millionen Jahren am Ende des Perm-Zeitalters das „Zechstein-Meer“ noch bis nach Gera reichte, war dessen Grund zeitweise mit Lebewesen übersät.

Dort lebten jene Brachiopoden bzw. „Armfüßer“. Diese Tiere sehen auf den ersten Blick aus wie Muscheln, gehören jedoch nicht zu den Weichtieren, sondern bilden einen eigenen Tierstamm mit tausenden Arten im Erdaltertum. Die in Gera reichlich auffindbaren Überreste solcher Tiere stammen aus dem letzten „Moment“ ihrer reichhaltigen Verbreitung auf der Erde. Mit dem Ende des Zechstein-Meeres und damit dem Übergang vom Perm- in das Triaszeitalter vor 251 Millionen Jahren kam das Ende der meisten Brachiopoden. Beim damaligen größten nachgewiesenen Artensterben der Erdgeschichte starben die meisten Brachiopoden-Gattungen aus. Heute leben in den Meeren unseres Planeten nur noch wenige Brachiopoden-Arten, die jedoch eher untergeordnete Bedeutung genießen.

20180227 Vortrag Brachiopoden Altenburg BILD 1

Verschiedene „versteinerte“ Brachiopoden, vor allem Pterospirifer alatus,

gefunden im Straßenaufschluss „Nordtangente“ in Gera 2006.

20180227 Vortrag Brachiopoden Altenburg BILD 2

Schale des Brachiopoden Horridonia horrida mit erhaltener Bestachelung aus Gera-Trebnitz,

gefunden im späten 19. Jahrhundert.

Fotos: Frank Hrouda / Museum für Naturkunde Gera

Bekanntmachung über vergebenen Auftrag gemäß § 20 VOB/A (ex-post-Transparenz)

Zur effektiven Vorbeugung gegen Unregelmäßigkeiten (z. B. Korruption, ungerechtfertigte Bevorzugung ortsansässiger oder ortsnaher Unternehmen) sind im Anschluss an ein durchgeführtes Vergabeverfahren ab bestimmten Netto-Auftragswerten vom Auftraggeber Mindestangaben im Sinne einer nachträglichen Transparenz unverzüglich zu veröffentlichen.

Im Rahmen des von der EU und dem Freistaat Thüringen geförderten ENL-Projektes „Eremitlebensräume Altenburger Land“ (ELER, Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) wurde folgender Auftrag vergeben:

Ort der Ausführung Auftragsgegenstand Auftragnehmer Gewähltes Vergabeverfahren
Landkreis Altenburger Land „Baumpflegemaßnahmen Altkirchen und Ponitz“ Garten- und Landschaftsgestaltung
D. Jähler, Schmölln
Öffentliche Ausschreibung

 

Auftraggeber:

Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V.,
Parkstraße 10, 04600 Altenburg

ENL-Projekt „Eremitlebensräume Altenburger Land“
Projektleiterin Dipl.-Geol. Cordula Winter
Tel.: 03 44 91 / 58 73 33, E-Mail: winter@mauritianum.de

12.12.2017 – 18 Uhr – Vortrag Dr. Siegfried Klaus (Jena) & Luise Stephani (Thüringenforst /Waldnaturschutz): Artenschutzprojekt Auerhuhn – Historie, aktuelle Projektentwicklung und Auerhuhn-Schutz in Thüringen

Seit 1970 sind die Verbreitungsgebiete vieler Raufußhuhn-Arten stark geschrumpft. Im Rahmen des Vortrages berichten die Experten Dr. Siegfried Klaus (Jena) und Luise Stephani (Thüringenforst/Waldnaturschutz) über die Bestandsituation des vom Aussterben bedrohten Auerhuhnes in Thüringen und die derzeit laufenden Schutzbemühungen. Vor dem Hintergrund dieser kritischen Bestandessituation wird seit 2012 ein Artenschutzprojekt für den Erhalt des Auerhuhns in Thüringen umgesetzt. Im Zuge dieses Projektes werden großräumig Habitate kartiert, Lebensräume geschaffen, die Bejagung der Prädatoren in Kerngebieten umgesetzt und die freilebenden Bestände durch Auswilderungen und Wildfänge gestützt.

Jedoch ist trotz langjähriger Bemühungen die Population bis 2013 stets rückläufig und wird von Experten keineswegs als stabil eingestuft. Dies zeigt, dass ein alleiniger Fokus auf die Bestandesstützung keinen nachhaltigen Erfolg um die Erhaltung dieser Art in Thüringen gebracht hat. Vielmehr muss der Fokus auf die Herstellung  großräumiger geeignete unzerschnittener Lebensräume gerichtet werden. Ebenso sind nach vorliegenden Erkenntnissen anderer Raufußhuhnprojekte Beutegreifer, an erster Stelle der Fuchs, ein wichtiger begrenzender Faktor für den angestrebten Populationsaufbau des Auerhuhns und damit für den Erfolg von Schutzbemühungen. Veränderungen der forstlichen und landwirtschaftlichen Nutzung der Landschaft und der jagdlichen Ausrichtung verursachten in den letzten Jahrzehnten einen starken Anstieg der Prädatoren. Schwarzwildbestände entwickeln sich zunehmend auch in höheren Lagen rasant und werden durch Kirrungen in bisher dünn besiedelte Populationsgebiete gezogen. Der Fuchs findet in der heutigen Kulturlandschaft optimale Biotope, wird nicht mehr intensiv bejagt und aufgrund der flächigen Tollwutimpfung entwickeln sich die Bestände dieses Beutegreifers zusätzlich positiv. Im Rahmen des Projektes wird neben Verbesserungen der grundlegenden Habitatbedingungen daher ein Prädatorenmanagement etabliert, um den Prädatorenbesatz in den Auswilderungsgebieten zu reduzieren. Konkrete Beispiele wird der Vortrag erläutern.

Neben der Lebensraumverbesserung und der Reduktion von Prädatoren findet innerhalb des Projektes eine naturnahe Aufzucht und Auswilderung von Auerhuhn Jungvögeln statt. Entsprechend einer Auswertung bisheriger Auswilderungsprojekte zeigte sich, dass die Auswilderung gezüchteter Auerhühner als alleinige Maßnahme bisher keine langfristige Stabilisierung der Bestände bewirken konnte. Vor diesem Hintergrund wurde in den polnischen Masuren, eine neue Freilassungsmethode („Born to be free”) entwickelt. Dabei wird eine führende Auerhenne in einer Netzvoliere im natürlichen Lebensraum gehalten und es ist ihren Jungvögeln möglich, zur Erkundung des neuen Lebensraumes, die Voliere zu verlassen. In Thüringen wird dieser Ansatz für eine erfolgreichere Etablierung seit August 2015 genutzt. Es wurden je zwei Familienverbände, auch Gesperre genannt, im Jahr  2015,  2016 und 2017 in die Freiheit entlassen.

Auerhahn bei Sportplatz Reichmannsdorf aAuerhahn bei Sportplatz Reichmannsdorf

Auerhenne mit JungenAuerhenne mit Jungen

Fotos: Luise Stephani

21.11.2017 – 18 Uhr – Vortrag Kathrin Worschech & Mike Jessat (Mauritianum): Aufregung um den Buchsbaumzünsler – Gärtner fürchten um ihre Buchsbäume!

Der immergrüne Buchsbaum, ob als Kugel neben dem Hauseingang, ob als Beet-Einfassung oder auch als kunstvoll geschnittene Figur, erfreut sich großer Beliebtheit in der Gartengestaltung. Allerdings haben Gärtner in den letzten Jahren ihre Sorge mit dem Buchsbaum. Nicht nur das von einem Pilz hervorgerufene Buchsbaum-Triebsterben setzt den heimischen Buchsbaumbeständen arg zu, nun auch noch die überaus gefräßigen Raupen des sogenannten Buchsbaumzünsler. In wenigen Tagen verwandeln sie die über Jahrzehnte hinweg herangezogenen und in aparte Form geschnittenen Buchshecken und -kugeln in kahles Gestrüpp. Die Referenten Mike Jessat und Kathrin Worschech informieren in ihrem Vortrag „Aufregung um den Buchsbaumzünsler – Gärtner fürchten um ihre Buchsbäume!“ am Dienstag, den 21. November um 18 Uhr im Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg über diesen neuen Buchsbaum-Schädling.

Der Buchsbaumzünsler wurde erstmal 2010 in Europa wahrgenommen und zwar im äußersten Südwesten Deutschlands an der Grenze zur Schweiz. Vermutlich gelang er über Buchspflanzen-Importe aus Ostasien in die heimischen Baumärkte und von dort in Privatgärten, Parks und historische Schlossanlagen. Mittlerweile hat dieser recht unscheinbare kleine Falter in rasantem Tempo ganz Europa erobert. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen in den natürlichen Buchswäldern z. B. des Mittelmeerraumes und des Kaukasus. Hier verändert sich durch einen kompletten Kahlschlag mehrerer Faltergenerationen das Landschaftsbild einer Region und zieht ökologische Veränderungen nach sich. Davon konnten sich die Vortragenden in diesem Jahr auf dem Dinkelberg bei Grenzach-Wyhlen nahe Basel – in Deutschland gibt es nur zwei natürliche Buchsbaumwälder – überzeugen.

P1020997

Buchsbaumzünsler-Raupe

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