Monatsarchive: Oktober 2017

15.10.2017 – 10 bis 16 Uhr: Apfel- und Birnensortenschau – Walter Janovsky (Kayna)

Am Sonntag, 15. Oktober 2017, bietet das Naturkundliche Museum den Besuchern eine reichhaltige Apfel- und Birnensortenschau an. Von 10 bis 16 Uhr steht Walter Janovsky aus Kayna wieder bereit, um Apfel- und Birnensorten aus Kleingärten und von Streuobstwiesen zu bestimmen. Nach wie vor besteht besonderes Interesse alte Sorten aus Streuobstwiesen aufzuspüren, die für das Altenburger Land selten oder bisher nicht festgestellt worden sind.

Apfelausstellung7 2013

Signe Tillich – hochfeiner Herbst-Tafelapfel, Liebhabersorte,

selten vorkommende Apfelsorte im Altenburger Land

17.10.2017 – 18 Uhr – Vortrag Dr. Bernd Ihl (Halle): „Wir haben sie zum Fressen gern – Pflanzen als Grundlage unserer Ernährung“

Am 17. Oktober um 18 Uhr hält Dr. Bernd Ihl, Martin-Luther-Universität Halle, im Mauritianum einen Vortrag zum oben genannten Thema. Pflanzen bilden in vielfacher Hinsicht die Grundlage unserer Ernährung, und das nicht nur in ihrer Eigenschaft als direkte Energieträger, sondern ebenso als Energiequelle für unsere Nutztiere, als wichtige Quelle für Mineralstoffe und Vitamine, als Ballaststoffe, als Genuss- und Gewürzmittel sowie als Wirkstoffe.

Wir Menschen brauchen  Pflanzen also in mehrfacher Hinsicht existentiell zum Überleben – umgekehrt gilt das so nicht. Erst die Domestikation von Pflanzen in der Jungsteinzeit schuf die Grundlage für eine beginnende Sesshaftigkeit des Menschen und die damit verbundene  Beschleunigung und Veränderung der menschlichen Gesellschaft in einem bis dato unbekannten Ausmaß. Von der unterschiedlichen Verfügbarkeit pflanzlicher Produkte wurden und werden gesellschaftliche Entwicklungen  daher entscheidend geprägt.

In dem Vortrag werden die wichtigsten Pflanzen in diesem Kontext kurz vorgestellt, vor allem hinsichtlich ihrer ursprünglichen Heimat und ihrer gegenwärtigen Bedeutung.

Bild vertumnis

Guiseppe Arcimboldo, 1591

Vertumnus (Kaiser Rudolf II.)

19.10.2017 – 19 Uhr – Vortrag Günter Vorsatz : „Bienengesundheit und Völkersterben“

Der „Altenburger Bienenzüchterverein 1853“ lädt am 19. Oktober zum Vortrag „Bienengesundheit und Völkersterben“ in das Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg ein. Der Referent Günter Vorsatz vom Landesverband Thüringer Imker wird über die Ursachen der dramatischen „Bienenvölkerverluste“ in Deutschland informieren und die Möglichkeiten des Imkers aufzeigen, dem entgegenzusteuern. In diesem Zusammenhang legt er Erkenntnisse und Rückschlüsse aus der Langzeitstudie „Deutsches Bienen-Monitoring“ dar, in dem der Referent seit 14 Jahren mitarbeitet. Verantwortlich für die  Völkerverluste im Winter ist die ca. 1,5 Millimeter große Varroa-Milbe (lateinisch Varroa destructor – die zerstörerische Milbe), die sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock entwickelt und vermehrt und als Parasit auf Honigbienen lebt. In den 1970er Jahren wurde dieser Bienenparasit erstmals in Deutschland festgestellt, der vermutlich durch den Import von Bienenvölkern nach Europa gelangte. Seine schnelle Ausbreitung wird durch den Standortwechsel der Völker und den internationalen Handel mit Königinnen und Bienenvölkern begünstigt.

Der Vortrag beginnt um 19 Uhr.

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Bienen am Einflugloch des Bienenstocks

Weitere geologische Sammlungszugänge im Mauritianum.

Die Sonderausstellung „Forscher, Sammler, Sammlungen: Lebenswerke von Privat – gesichert im Museum“ präsentiert derzeit anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Naturforschung in Altenburg“ bedeutende biologische und geologische Sammlungszugänge der vergangenen Jahre. Einer der gewürdigten Sammler ist Walter Ludwig. Er übergab dem Mauritianum seine umfangreiche Sammlung mit Bernsteininklusen aus Bitterfeld. Inklusen, das sind in Bernstein eingeschlossene Reste vergangenen Lebens, zumeist Insekten oder Spinnen. Aufgrund ihrer nahezu perfekten Erhaltung können Wissenschaftler die etwa 20-25 Millionen Jahre alten Tiere gut bestimmen. So können Aussagen zur Lebewelt des Bernsteinwaldes getroffen werden. Normalerweise beschränkten sich die Bitterfelder Bernstein-Sammler auf das Auflesen der Bernsteine. Walter Ludwig barg in den 1990er Jahren den Bernstein zusätzlich auch „in situ“, also im ihn umgebenen Bodenmaterial. Gleich drei solche Bernsteine mit „Bitterfelder Bernsteinhorizont“ übergab er nun im September dem Naturkundemuseum.

Außerdem bereicherte er mit weiteren Fossilien die geologisch-paläontologischen Sammlung des Museums. Dazu zählen auch Fossilien aus dem Erdzeitalter des Jura wie z.B. der Abdruck eines Schlangensternes im Solnhofener Plattenkalk (145 Millionen Jahre) oder ein Stück mit mehreren Ammoniten, Stielgliedern von Seelilien und winzigen Muschelkrebsen aus der Umgebung Nürnbergs (ca. 180 Millionen Jahre).

Bernstein in Matrix

Abb. 1: Bitterfelder Bernstein mit umgebener Matrix

Ammonit

Abb. 2: Ammonit (Pleuroceras) aus dem Jura von Reichenschwand bei Nürnberg

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