Tagesarchive: 12. September 2017

24.09.2017 – 14:30 Uhr – Die Vielfalt der Streuobstwiese entdecken! Ein Erlebnis für Groß und Klein an der Hellwiese in Altenburg

Termin:           24. September 2017, 14.30 Uhr

Ort:                  Streuobstwiese am Südbad Altenburg, Hellwiese, 04600 Altenburg

Leitung:          Cordula Winter (Naturforschende Gesellschaft Altenburg)

Granny Smith, Golden Delicious und Pink Lady kennt wohl jeder aus dem Supermarkt. Doch wissen Sie auch wie Minister Hammerstein, Schöner von Nordhausen oder Zuccalmaglios Renette schmecken? Probieren Sie es aus! Bei einer Verkostung verschiedener Apfel- und Birnensorten werden Sie sicher auf den Geschmack der alten, oft nur lokal verbreiteten Obstsorten kommen. Erfahren Sie außerdem, welche Schätze Streuobstwiesen noch beheimaten. Welche Tierarten leben dort? Wo genau kann man sie finden? Warum sind knorrigen Obstbäume zum langfristigen Erhalt der Artenvielfalt so wichtig? Nach der Veranstaltung bietet sich ein Spaziergang an der Blauen Flut entlang der sogenannten Hellwiese, einer naturgeschützten Schilf- und Feuchtwiesenlandschaft, vorbei am Märchenbrunnen zum Großen Teich an.

Das Projekt „Eremitlebensräume Altenburger Land“ wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm zur „Entwicklung von Natur und Landschaft“ umgesetzt. Die Fördermittel werden von der Thüringer Aufbaubank ausgereicht.

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Foto: Streuobstwiese am Freibad

Dorflindenpflanzung in Wettelswalde

Auf einem zentralen Platz oder in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche bewundern wir auch heute noch mächtige Linden. Früher stellten diese Dorflinden einen wichtigen Ankerpunkt in der dörflichen Gemeinschaft dar. Hier traf man sich u.a. zum Austausch von Neuigkeiten. In der heutigen Zeit reduziert sich ihre Bedeutung auf die wohltuende Schönheit der Baumriesen oder ihre Wirkung als Schattenspender. Leider sind sie aus dem dörflichen Bild häufig schon ganz verschwunden. Doch dort, wo man sie noch heute finden kann, herrscht unter Umständen ein reges Treiben. In Spalten und Höhlen der knorrigen Stämme und auf den weit ausladenden Ästen finden Fledermäuse, Vögel und unzählige Insekten Unterschlupf. Selbst im Mulm, dem feuchten, bereits von Pilzen zersetzen Holz im Inneren der Bäume leben viele Insekten. Zu ihnen gehören beispielsweise die Larven von Rosen- und Nashornkäfer oder auch dem seltenen Eremiten, auch Juchtenkäfer genannt. Seine bis zu 7,5 cm großen Larven entwickeln sich in drei bis fünf Jahre im Mulm. Der ausgewachsene Käfer verlässt „seine“ Linde lediglich zum Zwecke der Fortpflanzung. Das Thüringer-Hauptverbreitungsgebiet des Eremits liegt im Altenburger Land. Dennoch gehört viel Glück dazu, ihn zu finden. Bundes- und sogar EU-weit steht der Eremit aufgrund seines äußerst seltenen Vorkommens unter besonderem Schutz. Er zählt zu den prioritären Arten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH).

Die Naturforschende Gesellschaft Altenburg (NfGA) bemüht sich schon seit mehreren Jahren intensiv um seinen Schutz. Im Rahmen des von EU und Freistaat Thüringen geförderten Projektes „Eremitlebensraum Altenburger Land“ werden beispielsweise bestehende Lebensräume für den Eremiten aufgewertet. Pflegeschnitten an alten, vermulmten Kopfweiden, Obstbäumen und Linden sollen den Fortbestand der Baumveteranen und damit den Lebensraum des Eremits sichern. Doch dies allein reicht nicht, um dem Käfer auch zukünftig eine Chance zu geben. Das Pflanzen junger Linden soll den Fortbestand der Art auch über viele Jahrzehnte hinaus sichern. Ein solcher „Zukunftsbaum“ wurde am Freitag, dem 08. September in Wettelswalde gepflanzt. Die neue, bereits etwa 20 Jahre alte Dorflinde kann sich nun einerseits als neuer Dorfmittelpunkt und andererseits als neuer Eremit-Lebensraum entwickeln. Der ortsansässige Klaus Köhler stellte zu diesem Zweck in dankenswerter Weise ein Stück Land im Zentrum von Wettelswalde zur Verfügung.

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Foto: Eremit (Osmoderma eremita) Bildautor: NfGA / C. Winter

Dorflindenpflanzung in Wettelswalde

Foto: Dorflindenpflanzung Bildautor: NfGA / C. Winter

 

Ansprechpartner:

Projektleiterin Dipl.-Geol. Cordula Winter

ENL-Projekt „Eremitlebensräume Altenburger Land“

Außenstelle: Am Wehrrasen 16a

04626 Schmölln / OT Großstöbnitz

Telefon: 03 44 91 / 58 73 33

E-Mail: winter@mauritianum.de

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