04.12.2018 – 18 Uhr – Vortrag: Dr. Henny Gerschel (Freiberg): Vom Pyropissit zur Kerze – Wie eine weiße Kohle Licht nach Mitteleuropa brachte

„In der Gegend zwischen Weißenfels und Zeitz wird eine erdige Braunkohle abgebaut, die eine großartige Mineralöl- und Paraffinindustrie ins Leben gerufen hat …“ schrieb 1880 Emil Riebeck, Sohn des Braunkohlenpioniers und -industriellen Carl Adolph Riebeck. Der Bodenschatz, auf dem diese Industrien basierten, waren Braunkohlen; ganz am Anfang dieser Entwicklung stand allerdings eine spezielle „weißlichgraue Kohle, die man am Kerzenlichte entzünden konnte und die dabei fast wie Siegellack brennende Tropfen fallen ließ“. Dieser Pyropissit war der Rohstoff, aus dem seit etwa 1850 fabrikmäßig Paraffin für die Kerzenherstellung produziert wurde und der auch für die weniger begüterte Bevölkerung „Licht in´s 19. Jahrhundert“ brachte. Der Vortrag spannt den Bogen von der Entstehung des Pyropissites in der Braunkohlen- und Eiszeit bis hin zur Entdeckung und verdeutlicht anhand kleiner experimenteller Demonstrationen die wirtschaftliche Nutzung dieser speziellen Kohlen im Mitteldeutschland des 19. Jahrhunderts.

Foto 1 - Proben

Historischen Pyropissit-Proben

Foto 2_Paraffin-Kerzen

Kerzen aus Braunkohle,fotografiert in der Ausstellung des Bergbaumuseums Deuben

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