12.12.2017 – 18 Uhr – Vortrag Dr. Siegfried Klaus (Jena) & Luise Stephani (Thüringenforst /Waldnaturschutz): Artenschutzprojekt Auerhuhn – Historie, aktuelle Projektentwicklung und Auerhuhn-Schutz in Thüringen

Seit 1970 sind die Verbreitungsgebiete vieler Raufußhuhn-Arten stark geschrumpft. Im Rahmen des Vortrages berichten die Experten Dr. Siegfried Klaus (Jena) und Luise Stephani (Thüringenforst/Waldnaturschutz) über die Bestandsituation des vom Aussterben bedrohten Auerhuhnes in Thüringen und die derzeit laufenden Schutzbemühungen. Vor dem Hintergrund dieser kritischen Bestandessituation wird seit 2012 ein Artenschutzprojekt für den Erhalt des Auerhuhns in Thüringen umgesetzt. Im Zuge dieses Projektes werden großräumig Habitate kartiert, Lebensräume geschaffen, die Bejagung der Prädatoren in Kerngebieten umgesetzt und die freilebenden Bestände durch Auswilderungen und Wildfänge gestützt.

Jedoch ist trotz langjähriger Bemühungen die Population bis 2013 stets rückläufig und wird von Experten keineswegs als stabil eingestuft. Dies zeigt, dass ein alleiniger Fokus auf die Bestandesstützung keinen nachhaltigen Erfolg um die Erhaltung dieser Art in Thüringen gebracht hat. Vielmehr muss der Fokus auf die Herstellung  großräumiger geeignete unzerschnittener Lebensräume gerichtet werden. Ebenso sind nach vorliegenden Erkenntnissen anderer Raufußhuhnprojekte Beutegreifer, an erster Stelle der Fuchs, ein wichtiger begrenzender Faktor für den angestrebten Populationsaufbau des Auerhuhns und damit für den Erfolg von Schutzbemühungen. Veränderungen der forstlichen und landwirtschaftlichen Nutzung der Landschaft und der jagdlichen Ausrichtung verursachten in den letzten Jahrzehnten einen starken Anstieg der Prädatoren. Schwarzwildbestände entwickeln sich zunehmend auch in höheren Lagen rasant und werden durch Kirrungen in bisher dünn besiedelte Populationsgebiete gezogen. Der Fuchs findet in der heutigen Kulturlandschaft optimale Biotope, wird nicht mehr intensiv bejagt und aufgrund der flächigen Tollwutimpfung entwickeln sich die Bestände dieses Beutegreifers zusätzlich positiv. Im Rahmen des Projektes wird neben Verbesserungen der grundlegenden Habitatbedingungen daher ein Prädatorenmanagement etabliert, um den Prädatorenbesatz in den Auswilderungsgebieten zu reduzieren. Konkrete Beispiele wird der Vortrag erläutern.

Neben der Lebensraumverbesserung und der Reduktion von Prädatoren findet innerhalb des Projektes eine naturnahe Aufzucht und Auswilderung von Auerhuhn Jungvögeln statt. Entsprechend einer Auswertung bisheriger Auswilderungsprojekte zeigte sich, dass die Auswilderung gezüchteter Auerhühner als alleinige Maßnahme bisher keine langfristige Stabilisierung der Bestände bewirken konnte. Vor diesem Hintergrund wurde in den polnischen Masuren, eine neue Freilassungsmethode („Born to be free”) entwickelt. Dabei wird eine führende Auerhenne in einer Netzvoliere im natürlichen Lebensraum gehalten und es ist ihren Jungvögeln möglich, zur Erkundung des neuen Lebensraumes, die Voliere zu verlassen. In Thüringen wird dieser Ansatz für eine erfolgreichere Etablierung seit August 2015 genutzt. Es wurden je zwei Familienverbände, auch Gesperre genannt, im Jahr  2015,  2016 und 2017 in die Freiheit entlassen.

Auerhahn bei Sportplatz Reichmannsdorf aAuerhahn bei Sportplatz Reichmannsdorf

Auerhenne mit JungenAuerhenne mit Jungen

Fotos: Luise Stephani

21.11.2017 – 18 Uhr – Vortrag Kathrin Worschech & Mike Jessat (Mauritianum): Aufregung um den Buchsbaumzünsler – Gärtner fürchten um ihre Buchsbäume!

Der immergrüne Buchsbaum, ob als Kugel neben dem Hauseingang, ob als Beet-Einfassung oder auch als kunstvoll geschnittene Figur, erfreut sich großer Beliebtheit in der Gartengestaltung. Allerdings haben Gärtner in den letzten Jahren ihre Sorge mit dem Buchsbaum. Nicht nur das von einem Pilz hervorgerufene Buchsbaum-Triebsterben setzt den heimischen Buchsbaumbeständen arg zu, nun auch noch die überaus gefräßigen Raupen des sogenannten Buchsbaumzünsler. In wenigen Tagen verwandeln sie die über Jahrzehnte hinweg herangezogenen und in aparte Form geschnittenen Buchshecken und -kugeln in kahles Gestrüpp. Die Referenten Mike Jessat und Kathrin Worschech informieren in ihrem Vortrag „Aufregung um den Buchsbaumzünsler – Gärtner fürchten um ihre Buchsbäume!“ am Dienstag, den 21. November um 18 Uhr im Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg über diesen neuen Buchsbaum-Schädling.

Der Buchsbaumzünsler wurde erstmal 2010 in Europa wahrgenommen und zwar im äußersten Südwesten Deutschlands an der Grenze zur Schweiz. Vermutlich gelang er über Buchspflanzen-Importe aus Ostasien in die heimischen Baumärkte und von dort in Privatgärten, Parks und historische Schlossanlagen. Mittlerweile hat dieser recht unscheinbare kleine Falter in rasantem Tempo ganz Europa erobert. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen in den natürlichen Buchswäldern z. B. des Mittelmeerraumes und des Kaukasus. Hier verändert sich durch einen kompletten Kahlschlag mehrerer Faltergenerationen das Landschaftsbild einer Region und zieht ökologische Veränderungen nach sich. Davon konnten sich die Vortragenden in diesem Jahr auf dem Dinkelberg bei Grenzach-Wyhlen nahe Basel – in Deutschland gibt es nur zwei natürliche Buchsbaumwälder – überzeugen.

P1020997

Buchsbaumzünsler-Raupe

07.11.2017 – Vortrag fällt krankheitsbedingt aus

Der für den 7. November (18 Uhr) geplante Vortrag im Mauritianum von

Dr. Corinna Bott (Renthendorf):

„Alfred Edmund Brehm und die Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes – Beiträge aus seiner ersten Afrikareise.“

muss leider krankheitsbedingt ausfallen.

10.11.2017 – 18 bis 20 Uhr: Was für ein komischer Kauz, der Waldkauz! – Ein Käuzchen-Abend mit Taschenlampen-Exkursion in den Altenburger Schlosspark

Wer kennt ihn nicht aus Film und Fernsehen, den Balzruf des Waldkauzes! Schaurige Nachtszenen sind häufig von seinen Rufen untermalt und rufen bei den Zuschauern eine Gänsehaut hervor. Den Waldkauz aber in freier Wildbahn zu erleben, bleibt nur wenigen vergönnt. Dass man dazu aber nicht einmal weit reisen muss, beweisen die Biologen des Naturkundemuseums Mauritianum Altenburg, die am 10. November zu einer abendlichen Beobachtung dieses gefiederten Nachtjägers mitten in der Stadt einladen.

Unter dem Titel „Was für ein komischer Kauz, der Waldkauz!“ beginnt am Freitag, dem 10. November, um 18 Uhr der Käuzchen-Abend für Kinder im Mauritianum. In den folgenden zwei Stunden dreht sich alles um den „Vogel des Jahres 2017“, den Waldkauz. Basteln, Rätseln, eine Gewöll-Untersuchung und Mikroskopieren stehen auf dem Abendprogramm. Viele interessante Dinge gibt es dabei über diesen nächtlichen Jäger und seine Verwandten zu erfahren.

Zum Abschluss des Abends starten wir zu einer Taschenlampen-Exkursion in den Altenburger Schlosspark und begeben uns auf die Waldkauz-Suche. Mit etwas Glück ist sein „Kuwitt“, „Kuwitt“, „Kuwitt“ zu hören und lässt sich im Taschenlampenschein sein lautloser Flug beobachten. Seit vielen Jahren zieht ein Waldkauz-Paar – Waldkäuze bleiben sich ein Leben lang treu – inmitten der Stadt erfolgreich seine Jungen groß. Im zeitigen Frühjahr sind die noch nicht flugfähigen Jungen, auch Ästlinge genannt, in den noch wenig belaubten Bäumen, auf einem Ast meist nah am Stamm sitzend, zu erspähen. Jetzt im Herbst laufen dafür die Vorbereitungen – sie sind in Hochzeitsstimmung!

waldkauz

Der Veranstalter weist darauf hin, dass für den Käuzchen-Abend die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Karten sind im Vorverkauf an der Museumskasse erhältlich.

Spendenaktion für das Mauritianum zum Weltspartag am 30.10.2017

„In Forschung und Kulturgut zu investieren ist eine gute Geld-Anlage“, meinte Manja Strauß, Teamleiterin der Sparkassenfiliale am Altenburger Kornmarkt und lud das Naturkundemuseum Mauritianum ein, am Weltspartag das Museum und seine Spendenaktion in den Räumen der Sparkasse zu präsentieren.

Seit 200 Jahren bestehen die Sammlungen der Altenburger Naturforschenden Gesellschaft, die im Naturkundemuseum Mauritianum ausgestellt werden. Der größte Teil der ca. eine halbe Million Objekte zählenden Sammlung des Museums sind Forschungsgegenstände. Als „Handwerkszeug des Naturforschers“ bezeichnete die Gesellschaft ihre Sammlung schon im 19. Jahrhundert. „Ein solches ist sie auch heute noch“, erläutert Mike Jessat, der Direktor des Museums. „Daher sind wir sehr darauf bedacht, diesen Fundus zu mehren und auszubauen.“ Mit dem Ankauf von Fossilien in Bernstein, die vor ca. 25 Millionen Jahren in unserer Gegend in Baumharz eingeschlossen wurden, kann der Wissenschaftler die damalige Fauna und Flora rekonstruieren. „Es ist für uns ein Glücksfall, dass wir 2016 eine sehr große Sammlung von in Bitterfelder Bernstein eingebetteten Tieren und Pflanzen erwerben konnten, zumal diese noch komplett unbearbeitet ist. In diesem Fundus schlummern zahlreiche bisher unentdeckte Arten“, so der Museumsdirektor.

Noch in diesem Jahr könnten weitere Bernsteinstücke mit eingeschlossenen Insekten und Pflanzenteilen vom Mauritianum erworben werden. Die Sparkasse hat mit einer Spende in Höhe von 1.250 € den Anfang gemacht. Am 30. Oktober, dem Weltspartag, soll für weitere Spenden für den Ankauf geworben werden.

Schon die kleinen Museumsbesucher lernen im Kinderkolleg des Mauritianums, was Bernstein ist. Sie schauen sich eingeschlossene Tiere im Bernstein mit dem Stereomikroskop an und können sich ihr eigenes Bernsteinstück schleifen und polieren. „Wir wollen am Weltspartag dieses Kinderkollegthema in die Sparkasse verlegen und damit zeigen, warum diese Sammlung für uns so wertvoll ist“, so Jessat. Manja Strauß musste er nicht überzeugen: „Es ist wichtig, dass diese einzigartige Sammlung Altenburger Kulturgut wird und das Mauritianum bereichert. Dazu wollen wir als Sparkasse beitragen.“

Die Aktion findet am 30. Oktober in der Sparkassenfiliale am Kornmarkt in Altenburg statt. Geöffnet ist von 9 bis 13 und von 14 bis 16 Uhr.

Naturforschende Gesellschaft Altenburg und Sparkasse Altenburger Land

 

Bernsteine

Bernsteine weisen die verschiedensten Farben und Strukturen auf, jedes Stück gleicht einem Kunstwerk

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